Indien


Im Herbst 2015 habe ich es gewagt - eine Rundreise durch Rajasthan - allen Bedenken zum Trotz. Ja, es war anstrengend, laut und manchmal auch etwas chaotisch, aber auch mystisch, exotisch und so ganz fremdartig. Gerade im ehemaligen Reich der Maharadschas und Mogulen, gibt es noch märchenhafte Paläste (heute meist Museen oder Hotels) und Bauwerke wie das Taj Mahal oder den Palast der Winde, die architektonisch begeistern.

Auf meiner Reise kam auch die Natur nicht zu kurz: im Nationalpark Rathambore war ich auf „Tiger-Pirschfahrt“ und die Wüste Thar hat mich fasziniert. 

Der Reiseleiter brachte unserer kleinen Gruppe auf den langen Fahrten die indische Kultur und die reichhaltige Götterwelt sehr beeindruckend näher. Ob heilige Tiere, Kastendenken, Riten und Traditionen oder das moderne Indien, alles konnte gefragt und diskutiert werden. Damit hatten wir einen guten Zugang zu Land und Leuten. Durch persönliche Kontakte mit Menschen in den Dörfern, auf den Märkten und Straßen, bei sozialen Einrichtungen oder der Einladung zum Essen bei einer typischen indischen Familie, habe ich lebendige Einblicke in das Leben in Indien bekommen.

Die kleine Auswahl der Bilder fiel mir nicht leicht, da es so viel Spannendes zu fotografieren gab.



Nepal

Mein Besuch von Nepal im Herbst 2014 war eine Kulturreise durch das Kathmandu-Tal mit seinen ehemaligen Königsstädten Bhaktapur und Patan. Es war noch vor dem großen Erdbeben im April 2015, das viel Leid über das Land brachte und ältere historische Gebäude beschädigte oder sogar zerstört hat. 


Die aufgemalten Augen der Stupa in Swayambhunath scheinen alles wahrzunehmen, während Besucher und Gläubige heilige Dinge berühren oder Gebetsmühlen drehen, und die Gebetsfahnen im Wind flattern. Obwohl die meisten Nepalesen hinduistischen Glaubens sind, ist man sehr tolerant gegenüber Andersgläubigen.
Auch auf der riesigen Stupa in Kathmandu sind Buddhas Augen aufgemalt - fast so wie die Präsenz des Buddha selbst. Abends, als die meisten Touristen weg waren, sah ich Jung und Alt und viele Mönche, die den Stupa umwanderten. 

Die Straßen und Plätze sind voll mit Menschen, die ihren alltäglichen Dingen nachgehen, ob Männer oder Frauen, Händler oder Sadus, wie die heiligen Männer genannt werden. 

Bhutan

Im Himalaya Königreich, wo das Glück Staatsziel ist, war ich 1989 schon mal. Damals war die Besucherzahl auf 2000 im Jahr beschränkt, und alles war streng organisiert. Negative Auswirkungen des Tourismus, so wie sie in Nepal zu sehen waren, wollte man vermeiden. Damals gab es kein TV, nur wenige Autos und 1 Verkehrspolizisten in der Hauptstadt Thimphu.
Was hatte sich bis Herbst 2014 verändert durch die weitere Öffnung des Landes?

Von Kathmandu kommend landete ich mit einer kleinen Gruppe in Paro.  Auf einem großen Banner lächelten uns der beliebte junge König und seine Frau freundlich zu.


Höhepunkt der Reise war das Tshechu (Klosterfest) in Thimphu. Die Besucherströme (Touristen aus aller Welt) wurden mit Polizisten und Ordnern geregelt, wir mussten sogar durch ein Röntgengerät gehen - welch ein Unterschied! Der Festival-Ablauf, die Maskentänze, die Clowns, das alles schien unverändert. Auf den Tribünen saßen wir zwischen den Einheimischen, die in ihre festliche Landestracht gekleidet waren.


In den Städten ist die Moderne angekommen. Der Straßenbau wird von Indien unterstützt und geht jetzt auch in den Osten des Landes. Auch wenn die Fahrt beschwerlich lang ist, lohnt es sich. Im Bumtang-Tal finde ich noch das traditionelle Bhutan.

Das Leben um und in den großen Dzongs (Klosterburgen) hatte sich wohl wenig geändert. 


Bei traditionellen Turniere im Bogenschießen haben wir zugeschaut - Bogen, früher aus Bambus, heute ein Hightech-Produkt aus Carbon, produziert in den USA…


Diesmal war auch Zeit für den Aufstieg zum berühmten Tigernest.


Tourismus ist zweifellos eine wichtige Einnahmequelle geworden, und damit gleichzeitig eine große Herausforderung, den Schutz von Kultur und Natur in Balance zu halten. 

„Fotografieren bedeutet den Kopf, das Auge und das Herz auf dieselbe Visierlinie zu bringen. 
Es ist eine Art zu leben.”

Henri Cartier-Bresson (1908—2004)